In 15 Vorträgen vermittelten Sharing-Anbieter, Servicepartner, Marktexpert:innen und MOQO selbst neue Perspektiven und Einblicke.
Nachfolgend finden Sie Zusammenfassungen, Videoaufzeichnungen und Präsentationsfolien.
Überblick
Michael Minis, MOQO
Torsten Sommer, Dörpsmobil SH
Ramu Nair, INVERS
Florian Böhme, ryd
Brian Kirwan, Flinkster
Lina Mosshammer, POINT&
Diego Ramirez-Gölz, Bolt Drive
Nils Reißig, MOQO
Petra Gruner-Bauer, Solix Energie
Reiner Langendorf, Convadis
Michael Lindhof & Ilker Yilmaz, mobileeee
Morten Munch-Olsen, Bilkollektivet
Tom Althoff, carvaloo
Michael Banietzki, Europcar & Alex Barnes, Lanterne
Marko Raspudic, Poppy
Vorträge am Dienstag, 5. Mai
Michael Minis, MOQO
Hin zu nachfrageorientierten Services
Wie ein Ökosystem die Mobilität der Zukunft formt
Michael Minis verfolgt bei MOQO eine klare Vision: Die Vernetzung von nachhaltigen, bedarfsorientierten Mobilitätsangeboten. In seinem Talk teilt er tiefe Einblicke in die aktuellen Marktveränderungen und die Chancen und Risiken für Bike- und Carsharing Betreiber, für Flottenmanager, Autovermieter und insbesondere den Autohandel.
Im Zentrum steht dabei ein notwendiger Paradigmenwechsel: Der Weg weg von Asset Driven, also der Verwaltung von Fahrzeugen und Parkplätzen, hin zu Modellen, die sich konsequent an den Bedürfnissen der Nutzer:innen orientieren (Demand Driven).
Michael erläutert, wie MOQO seinen Partnern ermöglicht den Übergang von klassischem Carsharing und Mietangeboten, hin zu Corporate Angeboten, Subscription-Angeboten und teleoperated Angeboten fließend zu gestalten, um damit die eigene Profitabilität und Relevanz zu steigern.
Erfahren Sie, wie Partner der MOQO Plattform durch operative Exzellenz, reduzierte manuelle Aufwände und eine erstklassige User Experience nachhaltig wachsen und echtes Vertrauen bei ihren Kund:innen aufbauen. So können wir gemeinsam die Abhängigkeit vom privaten Pkw reduzieren.
Zur Person
Michael Minis ist seit 16 Jahren eine treibende Kraft in der Branche und Gründer und CEO von MOQO. Bereits während seines Studiums an der RWTH Aachen gründete er 2010 tamyca, die erste Peer-to-Peer-Carsharing-Plattform Deutschlands. Angetrieben von der persönlichen Vision, dass künftige Generationen jederzeit per Smartphone Zugang zu einem Fahrzeug vor ihrer Haustür haben werden, rief er 2018 MOQO ins Leben. Mit weit über einem Jahrzehnt Erfahrung in der Branche arbeitet er heute mit seinem Team daran, intuitive und nachhaltige Mobilitätsangebote am Wohn- und Arbeitsort zu stärken.
Erkenntnisse des Talks
Endnutzer:innen sollten durch den Einsatz von KI echte Vorteile erfahren (z. B. Vorschläge für bessere Mietoptionen)
KI nutzen, um Mitarbeitende zu entlasten und ihnen Arbeit abzunehmen (z. B. durch die Delegation von Entscheidungen mithilfe von KI)
Torsten Sommer, Dörpsmobil SH
Carsharing, wo andere nicht hinfahren
Wie bürgerschaftliches Engagement die ländliche Mobilität bereichert
Carsharing auf dem Land? Wo klassische Anbieter aus wirtschaftlichen Gründen oft abwinken, setzt die Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V. (ALR) mit dem „Dörpsmobil SH“ an. Alles begann mit einer mutigen Einzelperson, die ein Auto leaste und mit dem restlichen Dorf teilte – heute ist daraus ein florierendes landesweites Kooperationsprojekt gewachsen.
In diesem Vortrag erzählt Torsten Sommer die Entstehungsgeschichte des Dörpsmobils und zeigt auf, wie elektromobiles Carsharing auch fernab der Metropolen funktionieren kann. Erfahren Sie, warum persönlicher Kontakt, bürgerschaftliches Engagement und die enge Zusammenarbeit mit Kommunen der Schlüssel zum Erfolg sind. Ein inspirierender Best-Practice-Case, der beweist: Mit dem richtigen Ansatz lassen sich auch auf dem Land Zweitwagen ersetzen.
Zur Person
Torsten Sommer is the Head of the Office at the Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V. (ALR). The non-profit association is dedicated to the preservation and sustainable development of rural areas. Through the "Dörpsmobil SH" project, the ALR promotes e-mobility and carsharing in villages and small towns, supports local initiatives, and builds a strong statewide network.
Erkenntnisse des Talks
Dieses inspirierende Best-Practice-Beispiel zeigt, dass mit dem richtigen Ansatz auch in ländlichen Gebieten Zweitwagen ersetzt werden können
Persönlicher Kontakt, bürgerschaftliches Engagement und eine enge Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden sind der Schlüssel zum Erfolg
Dafür braucht es Menschen, die proaktiv und mutig sind
Ramu Nair, INVERS
Einblicke in das European Carsharing Barometer
Trotz der Marktkonsolidierung wuchs die europäische Carsharing-Flotte um 8 %. Ramu Nair teilt exklusive Daten von 129.000 Fahrzeugen und analysiert erfolgreiche operative Strategien – von Hardware-Entscheidungen bis hin zu neuen KI-Tools wie der Schadenserkennung –, die wachsende Anbieter von denen unterscheiden, die den Markt verlassen.
Über INVERS
INVERS wurde 1993 von Uwe Latsch gegründet und ist der Erfinder des automatisierten Carsharing. Als unabhängiger Technologieexperte mit Sitz in Siegen und Köln konzentriert sich das Unternehmen ausschließlich auf die Infrastruktur und ermöglicht es Betreibern, ihre eigenen profitablen Dienste aufzubauen. Heute unterstützt INVERS über 450 Betreiber in 60 Ländern – von Start-ups bis hin zu Marktführern wie MILES und Getaround. Als langjähriger Partner ist INVERS die stabile technologische Grundlage, auf der Plattformen wie MOQO nachhaltig gewachsen sind.
Erkenntnisse des Talks
In Europa wuchs der Carsharing-Markt im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 8 %
Weltweit könnte sich das Marktvolumen für Carsharing in den nächsten Jahren verdoppeln
Deutschland ist derzeit der größte Markt für stationäres und Free-Floating-Carsharing
Der Fokus liegt oft auf dem Thema Rentabilität – in dieser Hinsicht ist B2B-Carsharing vielversprechend und bietet mehr Potenzial für Gewinnsteigerungen als B2C-Carsharing
Florian Böhme, ryd
ryd – das Payment-Betriebssystem für Flotten
ryd revolutioniert den Bezahlvorgang rund um das Fahrzeug. Als Marktführer im Bereich In-Car Payment ist ryd ein herstellerunabhängiges Payment-Betriebssystem, das Tankstellen, Ladepunkte und Waschanlagen in einer einheitlichen Zahlungsinfrastruktur verbindet. Autofahrer und Flotten zahlen direkt über das Infotainmentsystem des Fahrzeugs oder per App.
Mit ryd fleet bietet ryd ein vollständig digitales Payment-Betriebssystem für Unternehmen und Fuhrparks. Die App ersetzt klassische Tankkarten und ermöglicht das Bezahlen direkt an der Zapf- oder Ladesäule sowie an Waschanlagen – ohne physische Karte, ohne PIN-Verwaltung und ohne Kartenlogistik.
Gerade im Carsharing eliminiert ryd fleet typische Problemfelder physischer Tankkarten: RFID- oder Kartenleser-Probleme, Kartenverschleiß durch Hitze und Nutzung, Kartenverlust, PIN-Missbrauch sowie zeitverzögerte Betrugssperrungen. Auch aufwendige Prozesse wie Kartenversand, Zuordnung im Backend oder Austausch bei In- und Defleeting entfallen vollständig.
Die Autorisierung erfolgt digital via App und Geofencing mit Echtzeit-Datenübertragung ins Backend. In Kombination mit Sharing-Systemen wie MOQO kann zudem vor Fehlbetankungen gewarnt werden.
ryd fleet vereinfacht Prozesse, reduziert administrativen Aufwand und schafft volle Kontrolle über den Fuhrpark – ideal für Free-Floating-, stationsbasiertes und Corporate Carsharing sowie Poolfahrzeuge.
Erkenntnisse des Talks
Physische Tankkarten sind teuer und gehören in die Zeit vor der Digitalisierung
Die Lösung von ryd ist zu 100 % digital und an über 11.000 Tankstellen in 10 europäischen Ländern einsetzbar
Der Prozess ist in die MOQO-App integriert
Anbieter sparen Prozesskosten und verhindern Kraftstoffdiebstahl
Brian Kirwan, Flinkster
Neue Ansätze für Flinkster
Wie steuert und skaliert man das Marketing für das Carsharing der Deutschen Bahn Connect?
In seinem Vortrag wirft Brian Kirwan einen frischen, datengetriebenen Blick auf das operative Tagesgeschäft. Anstatt über abstrakte Vorhaben zu philosophieren, fokussiert er sich auf messbare Ergebnisse. Erfahren Sie aus erster Hand, welche modernen Marketing-Tools Flinkster einsetzt, um Nutzer gezielt anzusprechen.
Brian beleuchtet außerdem, wie durch Automatisierung manuelle Prozesse abgelöst werden, um den Betrieb effizienter und nutzerfreundlicher zu gestalten und wie man Agilität in die Entwicklung der Geschäftsmodelle für die Deutsche Bahn Connect bringt.
Zur Person
Brian Kirwan bringt eine Fülle an Erfahrung in den Bereichen Produktmanagement, SaaS, Cloud-Architekturen und digitaler Transformation mit. Bevor er in die Shared-Mobility-Branche zu Flinkster stieß, leitete er komplexe B2B- und B2C-Projekte bei globalen Marken wie PayPal, The Coca-Cola Company und der Oetker-Gruppe. Mit seinem starken Hintergrund in agilen Methoden und E-Commerce widmet er sich nun der Aufgabe, die Carsharing-Dienste der Deutschen Bahn durch moderne Tools und Automatisierung weiterzuentwickeln.
Erkenntnisse des Talks
Bei Flinkster legt Brian den Schwerpunkt im Marketing auf messbare Ergebnisse
Das Ziel der datengestützten Nutzersegmentierung ist es, die Kunden wirklich zu kennen
Kernaussage: Mit Daten und guten Ergebnissen aus den Daten lässt sich die Kundenkommunikation effektiver gestalten
Lina Mosshammer, POINT&
Die inklusive Wachstumsstrategie
Warum Inklusion der größte Hebel für Ihre Flottenauslastung ist
Wie Sie durch die Ansprache diverser Zielgruppen, von Familien bis zur Silver Society, Ihre Profitabilität nachhaltig steigern? Oder sind Sie sich sicher, dass Sie das volle Potenzial Ihrer Flotte bereits ausschöpfen? Statistisch gesehen ist die Antwort wahrscheinlich: Nein.
Viele Sharing-Anbieter optimieren ihre Angebote immer noch für eine Standard-Nutzer:in, die es in der Realität kaum noch gibt. Wer heute Familien, ältere Menschen oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität ignoriert, lässt bares Geld auf der Straße liegen.
Lina Mosshammer, Geschäftsführerin bei POINT& zeigt in diesem interaktiven Talk an praktischen Beispielen, dass inklusives Carsharing weit mehr ist als Barrierefreiheit. Es ist eine Wachstumsstrategie. Sie zeigt auf, wo Anbieter heute noch unbewusst Hürden aufbauen und Potenziale verschenken. Doch vor allem liefert sie Lösungen. In dieser Keynote lernen Sie die Tools und Anpassungen kennen, mit denen Sie Inklusion operativ umsetzen, die User-Experience für alle verbessern und so Ihre Auslastung signifikant erhöhen.
Zur Person
Lina Mosshammer ist Geschäftsführerin von POINT& und Initiatorin von Better Mobility, Europas führendem Innovationsprogramm und Community für zugängliche und inklusive Mobilität. Der Fokus liegt auf Lösungen, die Mobilität für unterschiedliche Zielgruppen von Familien bis hin zur alternden Gesellschaft praxistauglich und skalierbar machen. Als Mobilitätsexpertin verfügt sie über zehn Jahre Erfahrung im Mobilitätssektor auf nationaler und internationaler Ebene in Unternehmen wie der Austrian Institute of Technology, AustriaTech, VCÖ - Mobilität mit Zukunft und der Weltbank. Zusätzlich ist sie Lektorin an Hochschulen, stellvertretende Generalsekretärin der Österreichischen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft und Mitgründerin des Women in Mobility Netzwerks in Österreich.
Erkenntnisse des Talks
Nischen sind gar keine Nischen, wie Daten zeigen – das bedeutet, dass auch Nutzergruppen wie ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen berücksichtigt werden müssen
Dienstleistungen müssen so gestaltet und vermarktet werden, dass sie von einer Vielzahl von Menschen effektiv genutzt werden können: Wir müssen uns darauf konzentrieren, was die Menschen brauchen
POINT& unterstützt genau dabei und arbeitet sowohl mit Start-ups als auch mit großen Organisationen zusammen
Diego Ramirez-Gölz, Bolt Drive
Der wahre Wettbewerber ist das private Auto
Wie multimodale Ökosysteme und Nutzerzentrierung den Markt neu verteilen
Bieten Sie ein Fahrzeug oder bieten Sie Mobilität an? Der Unterschied entscheidet darüber, ob Sie für Ihre Nutzer:innen nur eine gelegentliche Option oder der tägliche Standard sind. Bolt hat es vorgemacht: Vom Ride-Hailing zur umfassenden Super-App, die den privaten PKW nicht nur ergänzt.
Doch was wollen Nutzer:innen wirklich? Wer heute noch in Silos denkt (nur Auto, nur Roller oder nur ÖPNV) verpasst die Chance, Kund:innen dort abzuholen, wo sie stehen.
Diego Ramirez-Gölz von Bolt gibt in dieser Keynote exklusive Einblicke in die Wachstumsstrategie eines der führenden Mobilitätsanbieter Europas. Er zeigt auf, warum die Kombination verschiedener Mobilitätsformen der Schlüssel ist, um neben dem privaten Auto zu bestehen. Was treibt die User an? Und wie können auch etablierte Anbieter von dieser konsequenten Nutzerzentrierung profitieren? Diego liefert die Vision für eine vernetzte Zukunft, in der Verfügbarkeit und Sicherheit entscheidend sind.
Zur Person
Diego Ramirez-Gölz ist Regional General Manager Bolt Drive, der führenden europäischen Mobilitätsplattform. Bolt definiert Sharing as a Service neu und setzt konsequent auf Nutzerzentrierung, um Alternativen zum privaten Autobesitz in großem Maßstab anzubieten – von Ride-Hailing bis hin zu E-Scootern und Carsharing. Als Branchenexperte verbindet Diego tiefgreifendes Marktverständnis mit technologischem Weitblick. Sein Fokus liegt darauf, Mobilität nicht als isoliertes Produkt, sondern als durchgängiges Erlebnis zu gestalten.
Erkenntnisse des Talks
Bolts Vision ist es, Städte lebenswerter zu machen
Daher stehen die Einwohner:innen im Mittelpunkt: Es gilt, die Nutzer:innen zu verstehen und Angebot sowie Strategie darauf abzustimmen
Sicherheit spielt eine große Rolle
Für Bolt ist es wichtig, rentabel zu sein und Gewinne zu erzielen – daher muss die Kostenbasis regelmäßig überprüft werden, um zu verstehen, wofür das Geld ausgegeben wird
Vorträge am Mittwoch, 6. Mai
Nils Reißig, MOQO
Mastering Shared Mobility mit der MOQO Plattform
Wie wir technische Komplexität automatisieren, damit Sie skalieren können
Wie baut man einen Mobilitätsdienst, der gleichzeitig hochprofitabel für den Betreiber und mühelos für den Nutzer ist? In dieser Session gibt Nils Reißig exklusive Einblicke in unsere Produktphilosophie und die strategische Roadmap, die darauf ausgelegt ist, die Komplexität der Shared Mobility zu meistern.
Nils zeigt auf, wie die Plattform als das „Bindeglied” zwischen Menschen, Fahrzeugen und Services fungiert. Wir demonstrieren, wie unsere Technologie ein reibungsloses Fahrerlebnis schafft – abgesichert durch integrierte KYC- und Anti-Betrugs-Routinen. Zudem erhalten Sie einen ersten Blick auf unsere Produktprioritäten: Von der Skalierung KI-gestützter Support-Effizienz („Now“) bis hin zu fortgeschrittenen Tools zur Maximierung des Fahrzeugertrags („Next“). Entdecken Sie, wie das MOQO-Ökosystem Sie befähigt, sich voll auf die Skalierung Ihres Business zu konzentrieren, während wir die technische Last automatisieren.
Zur Person
Nils Reißig ist Head of Product bei MOQO. Bevor er die Produktvision von MOQO übernahm, sammelte er umfassende operative Erfahrung im Shared Mobility Bereich: Als Head of Carsharing bei Deutsche Bahn Connect, sowie in Produkt- und Managementrollen bei SHARE NOW/car2go Angetrieben von dem Ziel, „Produkte zu schaffen, die Menschen bewegen“, fokussiert er sich darauf, Betreibern maximale Geschäftsmodell-Flexibilität und datengestützte operative Kontrolle zu ermöglichen.
Erkenntnisse des Talks
Nils liegt die Rolle und Perspektive des Kund:innen besonders am Herzen
Die Produktstrategie bei MOQO basiert auf der Unternehmensstrategie
Die Live-Demo mit Claude gab einen Einblick in die Zukunft
Was die Produkt-Roadmap betrifft, ist es ein wichtiges Kriterium, die Zuverlässigkeit und Qualität des bestehenden Produkts zu gewährleisten
Petra Gruner-Bauer, SOLIX ENERGIE
Mission Mobilitätswende auf dem Land
Warum bürgerschaftliches Engagement der Schlüssel gegen den Zweitwagen ist
Funktioniert Carsharing dort, wo Haushalte sogar vier bis fünf Autos besitzen? Petra Gruner-Bauer beweist: Ja. Als kleiner Anbieter im ländlichen Raum bietet das Solix Mobil eine einzigartige Perspektive fernab der Metropolen. Es geht nicht nur um Fahrzeuge, sondern um eine echte Mobilitätswende durch Ressourcenschonung und lokales Wir-Gefühl.
In ihrem Vortrag gibt Petra Gruner-Bauer Einblicke in ein Modell, an dessen Erfolg anfangs niemand glaubte. Sie zeigt auf, wie man durch persönliche Vernetzung Vandalismus vermeidet und eine Genossenschaft als treibende Kraft Projekte ermöglicht, die rein kommerziell kaum startbar wären. Petra spricht von der Motivation des Ehrenamts, einem Mobilitätsangebot gleichermaßen für Familien und Gewerbe bis hin zur harten Realität der Rentabilität und wie man schwarze Zahlen erreicht. Petra liefert den Beweis, dass Carsharing auch als Gemeinschaftsprojekt (vom Windrad zum Ladepunkt) skalierbar ist - in Zusammenarbeit mit Kommunen und mit innovativen Partnern.
Zur Person
Petra Gruner-Bauer ist Vorstandsvorsitzende der Solix und spricht für den Geschäftsbereich Solix Mobil. Mit über 25 Jahren Erfahrung und als Initiatorin verschiedener Bürgerbeteiligungsgesellschaften ist sie eine überzeugte Verfechterin des bürgerschaftlichen Engagements. Ihr Fokus liegt auf Klimaschutz und Ressourcenschonung – angetrieben von der Vision, Parkplätze zu Lebensräumen zu machen und genossenschaftliche Lösungen zu finden. Sie berät mittlerweile auch andere Kommunen beim Aufbau ähnlicher Konzepte.
Erkenntnisse des Talks
Carsharing lässt sich sogar als Gemeinschaftsprojekt in enger Zusammenarbeit mit Kommunalverwaltungen und innovativen Partnern ausbauen
Selbst eine Bürgergenossenschaft kann etwas bewirken!
Jede:r kann Mitglied der Genossenschaft werden und sich engagieren
Petras und Solix’ Motivation für Carsharing sind Ressourcenschonung und Klimaschutz
Reiner Langendorf, Convadis
Mehr Nutzer, höhere Auslastung
Wie flexible Zugangsmodelle neue Zielgruppen erschließen
Convadis liefert Telematik nicht nur für klassische Carsharing-Flotten, sondern auch für Fahrzeugpools, die ganz ohne Reservierungssystem arbeiten. Im Referat erläutern wir, welche Kunden diese Variante wählen und warum.
Zudem stellen wir unseren neuen C-Access vor: ein Gerät, das Fahrzeuge digital per Bluetooth zugänglich macht – ohne Einbauaufwand und Eingriff in die Fahrzeugelektronik. Wir zeigen, wie diese Flexibilität hilft neue Zielgruppen zu erschließen, Use-Cases zu erweitern und zu einer gleichmäßigeren Auslastung der Flotte beizutragen.
Zur Person
Reiner Langendorf ist Mitinhaber von Convadis, die er 2002 gemeinsam mit Stefan Spuhler gegründet hat. Seine Erfahrung im Carsharing reicht bis ins Jahr 1990 zurück. Von 1994 bis 2001 war er CEO von Mobility CarSharing Schweiz bzw. einer ihrer Vorgängerorganisationen – Mobility entstand 1997 aus der Fusion von drei Organisationen. In dieser Zeit trieb er die Entwicklung des Mobility-Bordcomputers sowie einer eigenen CarSharing-Software inklusive Online-Fahrzeugreservierung maßgeblich voran und legte den Grundstein für Kooperationen mit regionalen öffentlichen Verkehrsbetrieben und den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB).
Erkenntnisse des Talks
Convadis bietet Telematiklösungen nicht nur für klassische Carsharing-Flotten, sondern auch für Fahrzeugpools, die gänzlich ohne Reservierungssystem auskommen
Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf neuer „Open-and-Close“-Hardware, die benutzerfreundlich ist und nur minimalen Aufwand erfordert
Diese neue Hardware kann dabei helfen, neue Nutzergruppen zu erreichen
Nie wieder Schlüssel jagen!
Michael Lindhof & Ilker Yilmaz, mobileeee
Wenn das Auto zum Kunden kommt
Wie Teleoperation und privates Carsharing das „Last Mile“-Problem lösen
Stellen Sie sich vor, Sie müssen nicht mehr zum Carsharing-Auto laufen – das Auto kommt zu Ihnen oder wird nach der Fahrt selbständig zurückgeführt. Was wie Zukunftsmusik klingt, wird durch die neue Fernlenkverordnung in Deutschland Realität. mobileeee zeigt, wie man durch teleoperiertes Fahren die größte Hürde im ländlichen und suburbanen Raum überwindet: Die letzte Meile.
In dieser Session geben Michael Lindhof und Ilker Yilmaz Einblicke in ein bahnbrechendes Pilotprojekt von mobileeee. Erfahren Sie, wie Fahrzeuge per „Remote Driver“ direkt vor die Haustür der Nutzer:innen gesteuert werden und so eine echte Standortflexibilität ermöglichen, die den Unterschied zwischen stationsbasiertem und Free-Floating-Sharing aufhebt. mobileeee präsentiert eine Vision, in der Mobilität nicht mehr am fehlenden Stellplatz scheitert, sondern durch smarte Technologie und Gemeinschaftsmodelle überall verfügbar wird.
Zu den Personen
Michael Lindhof ist Geschäftsführer von mobileeee, einem Anbieter, der sich auf nachhaltige Mobilitätslösungen im ländlichen und suburbanen Raum spezialisiert hat. mobileeee versteht sich dabei als operativer Macher, der innovative Konzepte wie teleoperiertes Fahren und nachbarschaftliches Carsharing („unsr1“) auf die Straße bringt. Sein Fokus liegt darauf, echte Lücken im Mobilitätsangebot zu schließen und Fahrzeuge effizienter zu nutzen.
Ilker Yilmaz ist Chief Operating Officer (COO) und Mitgründer der mobileeee GmbH. Mit fundierter Expertise in digitalen Geschäftsmodellen, ganzheitlichen Elektromobilitätslösungen und der Sharing Economy treibt er seit 2015 die Vision voran, nachhaltige Mobilitätsangebote jenseits des klassischen ÖPNV zu schaffen.
Erkenntnisse des Talks
Die Fernsteuerung bietet echte Standortflexibilität und hebt den Unterschied zwischen frei verfügbaren und stationären Carsharing-Modellen auf
Das Pilotprojekt mit MOQO im Emsland startet im Juni 2026
Die rechtlichen Rahmenbedingungen bleiben ein großes Thema: Grundsätzlich ist es bereits möglich, doch es gibt noch Herausforderungen
Morten Munch-Olsen, Bilkollektivet
Weniger Flotte. Gleicher Umsatz. Höhere Margen.
Wie extreme Kundenbindung eine radikale Flottenoptimierung ermöglicht
Letztes Jahr teilte Morten Munch-Olsen, wie Bilkollektivet als erster norwegischer Carsharing-Anbieter die Profitabilität erreichte. Nun ist er zurück mit dem nächsten Kapitel: Wie man den Gewinn in einem rückläufigen Markt steigert. Bilkollektivet hat erfolgreich 100 Autos aus seiner 700-Fahrzeuge-Flotte gestrichen und dabei exakt die gleichen Stunden gebucht.
In dieser Session enthüllt Morten die Strategie hinter diesem Erfolg. Aufbauend auf extremer Kundenbindung und einer konsequenten "Members-First"-Kultur wird er zeigen, wie Bilkollektivet die Margen durch Class Bookings in die Höhe trieb und die Kosteneffizienz durch operative Exzellenz und Insourcing verbesserte. Eine Masterclass darin, wie man Kundenbindung in niedrigere Fixkosten, stabile Umsätze und signifikant höhere Margen verwandelt.
Zur Person
Morten Munch-Olsen ist CEO von Bilkollektivet, Norwegens größtem und ältestem Non-Profit-Carsharing-Dienst. Seit 2018 führt er das Unternehmen durch einen unermüdlichen Fokus auf Kundenbindung, niedrige Kosten und kontinuierliche Innovation zu nachhaltiger Profitabilität. Sein Hintergrund umfasst Unternehmensführung, Finanzmanagement und Geschäftsentwicklung.
Erkenntnisse des Talks
Die Einführung von Class Booking war ein langer und schwieriger Weg, aber jetzt funktioniert es
Die Ergebnisse sind schlechter als erwartet, da sich das tatsächliche Verhalten der Nutzer:innen anders gestaltete als angenommen
Es besteht einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis
Tom Althoff, carvaloo
Die beste KI-Schadenserkennung auf Knopfdruck – Voll integriert in MOQO
carvaloo ist vollständig in die MOQO-Plattform integriert und bereits bei Carsharing-Anbietern im täglichen Einsatz. Schadenserkennung, automatisierte Nutzerkommunikation und Foto-Uploads stehen MOQO-Kunden sofort zur Verfügung - ganz ohne Integrationsaufwand. Diese Session zeigt, wie die Lösung in der Praxis funktioniert und warum vollständige Automatisierung den Unterschied macht.
Erkenntnisse des Talks
carvaloo ist vollständig in die MOQO-Plattform integriert und wird von Carsharing-Anbietern im täglichen Betrieb genutzt
Die Lösung deckt den gesamten Schadenszyklus ab, von der Erkennung bis zur automatisierten Kommunikation mit den Nutzer:innen
Die integrierte KI überprüft, ob und wie jemand fährt und wann sich ein Unfall ereignet
Sensorboxen im Fahrzeug zeichnen rund um die Uhr auf
Fahrer:innen werden in Echtzeit über Schäden informiert
Michael Banietzki, Europcar & Alex Barnes, Lanterne
Von der ersten Regel zum intelligenten Flottenbetrieb
Die Partnerschaft von Europcar und Lanterne
Das FleetShare-Programm von Europcar Deutschland verwaltet Hunderte von Corporate-Mobility-Fahrzeugen an zahlreichen Stationen. In dieser Session zeigen Michael Banietzki und Alex Barnes, wie FleetShare operativ funktioniert, welche Anforderungen bestanden und wie sich Lanterne von einer einzigen Automatisierungsregel zu genau dem System entwickelt hat, das heute ihren täglichen Flottenbetrieb koordiniert.
Die Session beleuchtet, wie Europcar FleetShare die Herausforderung angegangen ist, den Betrieb zu skalieren, ohne gleichzeitig den manuellen Aufwand zu erhöhen. Zudem wird gezeigt, welche spezifischen Workflows Lanterne heute für sie automatisiert und welche operativen Ergebnisse seit dem Go-Live erzielt wurden. Alex Barnes wirft anschließend einen Blick in die Zukunft des intelligenten Flottenbetriebs: Was passiert, wenn das System lernt, wie jede einzelne Flotte läuft, und beginnt, immer mehr Koordinationsaufgaben eigenständig zu übernehmen?
Eine praxisnahe Session für Provider, die darüber nachdenken, wie sie mit weniger manuellem Aufwand mehr Fahrzeuge auf die Straße bringen können.
Zu den Personen
Michael Banietzki ist Leiter von FleetShare bei Europcar Deutschland, wo er den Carsharing-Betrieb für Unternehmen an mehreren Standorten leitet. Michael leitete die Umstellung auf MOQO und die Implementierung von Lanterne, um die Flottenkoordination im Rahmen des FleetShare-Programms zu automatisieren.
Alex Barnes ist CEO und Gründer von Lanterne, das den Flottenbetrieb intelligent automatisiert, sodass Betreiber ihr Geschäft ausweiten können, ohne den manuellen Aufwand zu erhöhen. Lanterne lässt sich in bestehende Tools integrieren, um Aufgaben zu koordinieren, Arbeiten zuzuweisen und den Betrieb flottenweit zu überwachen, und bedient Mobilitätsanbieter in ganz Europa und den USA.
Erkenntnisse des Talks
Europcar nutzt Lanterne seit 9 Monaten
Ziel der Zusammenarbeit war es, Lanterne nicht nur zu einem Werkzeug, sondern zu einem Kollegen zu machen
Europcar legt die Regeln fest, Lanterne gestaltet die Arbeitsabläufe
In Zukunft wird Lanterne in der Lage sein, intelligente Entscheidungen vorzuschlagen und dabei zu helfen, das „große Ganze“ zu sehen (z. B. „Wie schneidet das Fahrzeug XY ab?“ oder „Wo sollten wir mehr Fahrzeuge einsetzen?“)
Marko Raspudic, Poppy
Das Autohaus der Zukunft ist kein Gebäude, sondern eine App
Wie Poppy Mobilität durch intensive Servicetiefe neu definiert
Stellen Sie sich vor, Ihr Autohaus wartet nicht auf den Kunden, sondern das Auto kommt zum Kunden. Gesteuert von einem Teleoperator, bestellt per App, geliefert direkt vor die Haustür. Science-Fiction? In Belgien ist das Realität.
Marko Raspudic, CEO von Poppy, zeigt, wie man traditionelle automobile Infrastruktur zerlegt und neu zusammensetzt. Poppy ist weit mehr als nur Carsharing. Es ist ein integriertes Mobilitäts-Ökosystem, das Taxi-Dienste, Sharing und klassische Autohaus-Strukturen unter einer Marke vereint. Während andere oft noch in Silos denken, experimentiert Poppy erfolgreich mit der Verschmelzung dieser Welten: von ferngesteuerten Fahrzeugen (in Kooperation mit Vay) bis hin zu nahtlosen „Delivery“-Optionen für Nutzer.
In dieser Keynote erleben Sie, wie absolute Nutzerzentrierung aussieht, wenn man technologische Innovation mit operativer Exzellenz verbindet. Marko teilt Einblicke in die Entwicklung von Services, die die Nutzer:in wirklich in den Mittelpunkt stellen. Ein Pflichttermin für alle, die verstehen wollen, wie man Geschäftsmodelle jenseits des reinen Fahrzeugverkaufs skaliert.
Erkenntnisse des Talks
Im Fokus bei Poppy: Die Auslastung der Fahrzeuge – sie sollte so hoch wie möglich sein
Jeder Euro zählt, wenn man Gewinn erzielen will
Zukunftspläne: Weiterentwicklung des Abo-Modells, internationale Expansion, Skalierung, Integration des autonomen Fahrens
